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In den wilden Dolomiten
Dolomiten Hoteltour - Die MoHo Hotelgruppe lud uns ein, ein paar ihrer Motorrad-Hotels in Süd- und Nordtirol zu testen. Keine Frage, da nahmen wir sofort an ...
Auf ein kräftiges „bun di“ hatte ich mich gefreut. Doch die Tankwartin in Zernez gibt mir bloß das Rückgeld und ein „Grüss Gott“ mit auf den Weg – anscheinend werden nicht einmal mehr die Zapfsäulen von Einheimischen betreut.
Immerhin sieht die Landschaft im Engadin immer noch so aus, wie ich sie seit meiner Jugend in Erinnerung habe: grüne Lärchen mit sonnenverbrannten Stämmen, azurblaue Seen und der reißende, immer kühl bleibende Fluss Inn.
Der Bernina ist mit seinen weit geschwungenen Kurven ein Klacks, die Forcla die Livigno ist da schon anspruchsvoller. Die Straße ist teilweise so schmal, dass man sich auf einer Privatstraße wähnt. Die vielen Italiener nehmen das zum Teil dann sogar wörtlich, machen Sightseeing vom Auto aus oder picknicken ungeniert einen Meter neben der Fahrbahn. Willkommen in Italien! In dem Land, in dem scheinbar fast alles erlaubt ist – jedenfalls so lange, bis der Carabiniere seinen Notizblock zückt.
Carabinieri sieht man im Raume Livigno allerdings selten, viel häufiger dagegen ihre Kollegen von der Guardi di Finanza. Der Grund dafür ist einfach: Weil Livigno im Winter so schwer zu erreichen war, wurde es 1805 zum Zollfreigebiet erklärt, was zur Folge hatte, dass das abgelegene Tal nun auch im Winter bewohnt wurde. Italiener wie Schweizer nutzen das seither intensiv, um günstig einzukaufen, was der italienischen Finanzpolizei natürlich ein Dorn im Auge ist. Daher schaut sie dann auch ganz genau hin, wie viele Gramm Schinken oder Liter Benzin da nach Italien runtergekarrt werden.
Bohre mich in den Pass hinein
Mich lässt man am Zoll auf dem Passo di Foscagno unbehelligt passieren, und bald darauf erreiche ich das Städtchen Bormio, das uns Schweizern vor allem als Ausgangsbasis für Touren zum Stilfser Joch bekannt ist. Doch es gibt das in der Nähe noch einen weiteren, viel weniger bekannten Pass, und den nimmt meine BMW F 800 R nun unter die Tourensportreifen: den Passo di Gavia. Kehre um Kehre bohre ich mich weiter in die weichen Flanken des Passes, und schon bald darf ich mein Gipfelfoto am Lago Bianco auf 2600 Metern über Meer schießen. Ein völlig erschöpfter holländischer Velofahrer hält kurz danach neben mir und bittet mich, auch ein Foto von ihm zu machen. Als ich ihm sage, in etwa 20 Minuten sei ich gemütlich von Bormio hier hochgetuckert, schlägt er die Hände über dem Kopf zusammen: „Icke gebraucht viere Stundeee!“ Tja, Mijnherr … vielleicht solltest du die die Wahl des Transportmittels einmal überlegen …
Die Südrampe des Gavia weiß dann mit tollen Ausblicken zu begeistern: eine drei Meter breite Fahrbahn, danach kommt nichts mehr und dann erst wieder das Bachbett 250 Meter tiefer. Oder lasst es mich so erklären: Wer als Motorradanfänger da oben rumbrummt, hat ganz schön Mumm. Oder anders gesagt: Wer als Autofahrer an einem schönen Sommerwochenende über den Gavia fährt, ist ein Idiot – an vielen Stellen ist das Kreuzen von zwei PKW nämlich unmöglich.
Der nachfolgende Pass, der Passo del Tonale, ist, verglichen mit dem Gavia, eigentlich ein recht unbedeutendes Pässchen. Doch im Gegensatz zum Gavia hat der Tonale Kurven ...
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